Zu sagen, wer denn Gus Backus eigentlich ist, hieße Eulen nach Athen tragen, denn Gus Backus stieg in den 60er und 70er Jahren zum ausgesprochenen Idol aller Schlagerfreunde in Deutschland, Österreich und in der Schweiz empor.
  
Unangefochten hielt er sich seit seinem ersten großen deutschen Schlagererfolgen "Brauner Bär" und "Da sprach der alte Häuptling" in der Spitzengruppe der deutschen Schlagerkünstler.
Er war nicht nur bei den Teenagern und Twens, sondern bei allen, die sich ein Herz für den Schlager bewahrt haben, außerordentlich beliebt.
Schon diese Tatsache allein spricht für diesen Künstler!

  
Es war am 30. April 1961.
In der großen "Rhein-Main-Halle" in Wiesbaden ging die Musikshow "Rhythmus 1961" mit dem Orchester Max Greger über die  Bühne. Es war eine Schlagerveranstaltung wie eine jede andere dieser Art auch, zwar sehr gelungen, aber doch nichts besonderes. Musiknummer folgte auf Musiknummer, dazwischen ein paar Späße des Ansagers, und jeder Gesangssolist wurde mit herzlichem Applaus begrüßt und verabschiedet.
  
Doch dann kam die große Überraschung, sozusagen das "Wunder" dieses Abends. Ich muss das extra erwähnen, denn das hatte ich noch nie vorher bei einer solchen Veranstaltung erlebt: Als vorletzter Solist wurde GUS BACKUS angesagt. Er war noch nicht ganz auf der Bühne, als die große "Rhein-Main-Halle" mit ihren über 4000 Besuchern sich in einen "urwaldlichen Hexenkessel"  verwandelte, und das Publikum seinen "Häuptling" mit einem kräftigen, ohrenbetäubenden Indianergeheul empfing. Dies geschah schlagartig, wie unter einer unsichtbaren Regie. Doch eine solche Begrüßung und Danksagung an Gus bedarf keiner Regie, hier sprach ganz allein das Herz! Trotzdem schaute ich mich etwas verwundert um und sah, dass selbst die Besucher der älteren Schlagergeneration sich bei dieser Begrüßung keinesfalls ausschlossen. Nein, eine solche Sympathiekundgebung hatte ich wirklich noch nie erlebt. Nach jeder Gesangsnummer von Gus wiederholte sich dieses Schauspiel. Dieser Junge ist aber auch eine Wucht.  
 
Dieser Abend bewies, dass Gus bereits zu jener Zeit, obwohl er erst seit wenigen Monaten bei den Deutschen Schlagerfreunden  richtig populär war, einen Grad der Beliebtheit erreicht hatte, der kaum noch überboten werden konnte.  
Die Sympathie, die man ihm entgegenbrachte, war schon keine reine Bewunderung und Verehrung mehr, sondern echte Freundschaft. Gibt es für einen Künstler ein schöneres Kompliment? Wenn Gus auf der Bühne steht, gleicht das Publikum einer  großen Schlagerfamilie, die geschlossen hinter diesem großartigen Künstler steht. 
Fünf Monate später, am 23. September 1961,  bekam er auf der gleichen Bühne aus den Händen von Camillo Felgen den "Goldenen Löwen" von Radio­Luxemburg überreicht. Diese  begehrte Trophäe, ein sogenannter "Oscar" der deutschen Plattenbranche, bekam Gus als beliebtester und erfolgreichster Schlagersänger der 1.Halbjahres 1961 für "Da sprach der alte Häuptling" überreicht. 
  
Der "Goldene Löwe", erhielt damit einen würdigen Besitzer wie selten zuvor. Selbst die sonst so kritischen Presseleute müssen ihm seine allgemeine Beliebtheit und sein Können in ihren Artikeln bescheinigen und finden für ihn lobende Worte, die man sonst nur selten aus solchen Federn zu lesen bekam.
   
Heinz-Oskar Steffen

Wenn Sie mehr erfahren wollen, kann ich Ihnen seine Autobiografie empfehlen:

GUS BACKUS
Ich esse gar kein Sauerkraut

Gebundene Ausgabe
hansanord-Verlag